08 – Vancouver Island – Cassiar Highway – Dawson City

Nach einigen Zwischenstopps in Comox und Courtenay zum Auffüllen von Lebensmittel und Gas ging es weiter. Nach Cumberland führte uns eine lange Schotterstrasse zum idyllischen Gosling Lake, wo wir gemeinsam mit neu gewonnenen Freunden einen wunderschönen Abend am See verbrachten. Dass sich kurz darauf eine Schulklasse mit rund 20 Kindern auf Kanutour dazugesellte, sorgte zwar für etwas weniger Ruhe, dafür aber für viele lustige Begegnungen.

Den nächsten Campspot zu finden war schwierig bei so vielen schönen Seen, die zur Auswahl standen. Wir haben uns für den Anutz Lake entschieden, den wir über weitere Forest Service Roads erreichten. Im Konvoi mit den beiden anderen Autos, ausgerüstet mit einem Funkgerät, da fühlten wir uns gleich wie richtige Overlander.

In Port Hardy begann dann das Abenteuer Fähre. Ohne Reservation versuchten wir unser Glück auf der Verbindung nach Prince Rupert – mit Erfolg. Nach einer kurzen Nacht direkt am Hafen erhielten wir tatsächlich einen Platz und sogar eine Kabine an Bord. Die rund 17-stündige Überfahrt entlang der spektakulären Küste British Columbias war wunderschön. Vom Deck aus konnten wir Buckelwale, Orcas, Weisskopfseeadler, Seelöwen und sogar einen schwimmenden Bären beobachten. Die beeindruckende Landschaft aus Inseln, Fjorden und bewaldeten Küsten begleitete uns bis spät in die Nacht. Die Kälte und der Regen trieb uns dann aber irgendwann in die Kabine.

Die Fähre musste diesem Bären ausweichen

Nach der Ankunft in Prince Rupert liessen wir es zunächst etwas ruhiger angehen. Ein Spaziergang auf dem Butze Rapids Trail, ein Bummel durch die farbenfrohe Cow Bay und die ersten Eindrücke des mächtigen Skeena River machten schnell deutlich, dass auch der Norden Bitish-Columbias landschaftlich einiges zu bieten hat. Weniger erfreulich war dagegen die Moskito-Invasion in unserem Camper, die uns schliesslich zu einem ungeplanten Einkauf von zusätzlicher Anti-Mücken-Ausrüstung zwang.

Ein weiterer Höhepunkt erwartete uns im Nisga’a Memorial Lava Bed Provincial Park. Die riesigen Lavafelder, entstanden durch einen Vulkanausbruch vor rund 250 Jahren, wirken bis heute wie eine andere Welt und erinnern gleichzeitig an die tragischen Ereignisse, bei denen mehrere Nisga’a-Dörfer zerstört wurden.

Anschliessend führte uns die anspruchsvolle Nass Forest Service Road durch einsame Wildnis bis zum Stewart-Cassiar Highway.

Dieser Highway entwickelte sich schnell zu unserem absoluten Lieblingsabschnitt der bisherigen Reise. Kaum Verkehr, endlose Berglandschaften, türkisfarbene Seen und immer wieder Begegnungen mit Schwarzbären machten jeden Fahrtag zu einem Erlebnis. Ein unvergesslicher Abstecher führte uns nach wir nach Stewart und Hyder (Alaska) sowie zum Salmon Glacier. Dort angekommen, haben zunächst Wolken die Sicht verdeckt. Wir haben aber direkt dort übernachtet und morgens wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und einem spektakulären Blick auf den riesigen Gletscher belohnt.

Je weiter wir auf dem Cassiar Highway nach Norden fuhren, desto häufiger begegneten uns Bären. Dazwischen reihten sich landschaftliche Höhepunkte aneinander: der Bear Glacier, der Good Hope Lake und schliesslich der traumhafte Boya Lake Provincial Park mit seinem türkisblauen See – waren wir in der Karibik gelandet? Mit unseren Übernachtungs-Gspänli vom Salmon Glacier verbrachten wir hier einen wunderbaren Abend am Lagerfeuer und tauschten Geschichten und Reisetipps aus.

Mit dem Ende des Cassiar Highways erreichten wir den Alaska Highway und später Watson Lake mit seinem berühmten Sign Post Forest. Nach einer langen Fahrt ging es weiter nach Whitehorse, wo wir Vorräte für die nächste grosse Etappe besorgten und die letzten Vorbereitungen trafen. Eine Wanderung am Yukon River und durch den Miles Canyon bot nochmals Gelegenheit, die beeindruckende Natur des Yukon zu geniessen.

Über den stellenweise herausfordernden Klondike Highway (in den Schlaglöchern hätten ganze Autos verschwinden können) erreichten wir schliesslich Dawson City. Dort warteten nicht nur frischer Kaffee, Wäsche und ein wenig Stadtleben auf uns, sondern auch das Wiedersehen mit Freunden. Gemeinsam werden wir nun das nächste grosse Abenteuer in Angriff nehmen: den legendären Dempster Highway.


Diverse Bilder:

Mückenschutz 3000