06 – Saskatchewan – Alberta – British Columbia

Weiter ging es gen Westen. Vom Süden Saskatchewans bis in die kanadischen Rockies. Eine Mischung aus extremem Wetter, eindrücklichen Landschaften und unvergesslichen Tierbeobachtungen. Schon die Fahrt zum Grasslands National Park gestaltete sich stürmisch und für den ganzen Tag war Sturm mit Böen von bis zu 100 km/h angesagt.

Im Park angekommen haben wir erst mal versucht, den Sturm etwas auszusitzen und haben schon mal unseren Campspot für die Nacht gebucht. Da ausser uns nur noch zwei andere Fahrzeuge im Park waren, bestand allerdings keine Gefahr, dass es einen Mangel an Schlafplätzen haben könnte. Im wunderschönen Abendlicht konnten wir die Panoramastrasse dann doch noch in Angriff nehmen und waren begeistert. Die weiten Badlands, die goldene Abendsonne, ein traumhafter Sonneuntergang und nachts noch ein klarer Sternenhimmel zusammen mit dem kraftvollen Sturm machten den Tag zu einem eindrücklichen Erlebnis.

Am nächsten Tag ging es in den West Block des Parks (2 Stunden Fahrtzeit). Dort konnten wir Kolonien von Präriehunde beobachten und aus der Ferne sogar unseren ersten Bison! Wieder haben wir im Nationalpark übernachtet und am Morgen haben wir einen weiteren Bison in der Ferne erspäht und bei der Fahrt aus dem Park Antilopen (korrekterweise sind es Pronghorns) und dann, ca 100 Meter von der Strasse ein in aller Ruhe vor sich hingrasender Bison. Mächtig!

Danach haben wir uns auf die lange Fahrt zum Dinosaur Provincial Park gemacht, unserem ersten Stopp in Alberta. Vorbei an weiten Feldern mit vielen Ölpumpen, Pferdeköpfen genannt und weiten grünen Hügeln. Und auch hier sind uns noch einige Antilopen auf der Strecke begegnet. Uns war gar nicht bewusst, dass wohl Saskatchewan und Alberta die beiden grössten Ölförderungs-Provinzen Kanadas sind und das in Saskatchewan einen grossen Teil der Wirtschaft ausmacht. Nach 6 Stunden Fahrt sind taten sich dann plötzlich inmitten der platten Ebene die Badlands des Dinosaur Provincial Park auf. Wow.

Zwischen Regen, Schlamm und kurzen Aufhellungen erkundeten wir den Park, besuchten das eindrückliche Royal Tyrrell Museum Drumheller und übernachteten schliesslich am Horsethief Canyon, wo wir interessante Reisebegegnungen mit anderen Langzeitreisenden hatten.

Am nächsten Morgen zeigte sich der Canyon im Sonnenlicht von seiner schönsten Seite. Nach einer Fahrt durch Drumheller – inklusive des grössten Dinosauriers der Welt ging es weiter in Richtung Rocky Mountains.

Was für ein schöner Moment, als kurz nach Calgary die Rocky Mountains gefühlt einfach so da waren. So schön, nach fast genau 10 Jahren wieder zurück in der Gegend zu sein. In Banff angekommen, mischten wir uns kurz unter die vielen Touristen, trafen zufällig mehrere Schweizer und verbrachten den Abend gemütlich mit Freunden am Lagerfeuer auf dem Campingplatz.

Der folgende Tag brachte dann ein echtes Wildlife-Highlight: direkt am Camp entdeckten wir Wapitis, später am Two Jack Lake eine Gruppe Bighorn Sheep.

Im Yoho Nationalpark fanden wir schliesslich einen traumhaft gelegenen Campingplatz inmitten von Bergen, Fluss und Gletscherblick – inklusive Elk und Mountain Goats direkt in der Umgebung. Dort haben wir gleich zwei Nächte verbracht. Der Trail zum Mount Hunter Lookout hat uns einiges abverlangt aber der steile Aufstieg wurde mit einer grandiosen Aussicht belohnt, begleitet von Wetterwechseln von Sonne über Graupel bis Schnee. Den Ausklang bildeten wiederum Begegnungen mit anderen Reisenden und ein gemütlicher Abend am Lagerfeuer im Nationalpark.

Vor dem Verlassen des Yoho Nationalparks am nächsten Tag haben wir noch einen Stopp an der Natural Bridge eingelegt und weiter zum Emerald Lake (wieviele davon gibt es eigentlich?). Kurz vor Erreichen es Glacier National Parks haben wir beschlossen, uns für heute einen Übernachtungsplatz zu suchen. Einen Spot fanden wir auf einer alten Loggin Road. Nicht am Fluss, dafür mit wunderschöner Aussicht auf der einen (Insta View) und zwei Containern auf der anderen Seite (Real view). Ob man da offiziell stehen darf wissen wir nicht, jedenfalls ist es nicht explizit verboten. Und am nächsten Morgen besuchte uns dort glatt noch ein Kolibri. Ein guter Start in die weitere Reise.


Diverse Bilder: