03 – Cape Breton – Prince Edward Island – New Brunswick

Von Cape Breton über Prince Edward Island nach Québec

Als nächstes waren wir bereit für Cape Breton. Über den Ceilidh Trail erreichten wir die berühmte Panoramastrasse, den Cabot Trail und fanden einen traumhaften Stellplatz direkt auf den Klippen. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir erstmals die Campingstühle und testeten die Drohne – ein perfekter Moment. Nachts hat es allerdings so sehr angefangen zu winden, dass wir uns am Klippenrand im schaukelnden Auto doch etwas unwohl fühlten und noch im Stockdunkeln umgeparkt haben, etwas weiter weg vom Klippenrand fühlten wir uns wohler.

Und am nächsten Tag sollte es endlich auf der Route mit den grandiosen Aussichten losgehen. Uns präsentierte sich der Cabot Trail aber zunächst in dichtestem Nebel, so dass wir nur wenige Meter weit sehen konnten und den weiteren Strassenverlauf nur erahnen konnten. Die Wanderwege im Cape Breton Highlands National Park waren fast alle noch so schneebedeckt, dass wir gar nicht erst versucht haben, diese in Angriff zu nehmen. Als wir dann aber Dingwall erreichten, klarte es tatsächlich noch auf, so dass wir die wunderschöne Küstenlandschaft doch noch bewundern konnten.

Der nächste Tag hätte besser nicht starten können: Während des Frühstücks haben wir aus unserem Fenster raus direkt den ersten Weisskopfseeadler entdeckt und konnten in in aller Ruhe beobachten. Was für ein Highlight!

Eine kleine Wanderroute haben wir uns trotz Schnee erkämpft, die frischen Elchspuren (von uns Meisterbiologen als solche identifiziert) haben unseren Gang zum Ende hin aber um einiges schneller werden lassen. Dem wollten wir nicht unbedingt aus der Nähe begegnen. Den Nachmittag haben wir in der Sonne am Bras d’Or verbracht, ein Unesco Biosphären Reservat, in dem sich das Süsswasser aus den Bergen mit dem Salzwasser des Ozeans vermischt.

Spontan haben wir uns entschieden, Prince Edward Island noch mit in unser Reiseprogramm aufzunehmen. Unterwegs liessen wir uns an den Joggins Fossil Cliffs von der Begeisterung anderer anstecken und sind vom Meerglas-Sammelfieber gepackt worden – mit überraschend grosser Ausbeute.

Prince Edward Island (kurz PEI) haben wir über die fast 13 Kilometer lange Confederation Brücke erreicht, die die Insel mit dem Festland verbindet.

Nach einem kurzen Abstecher in die Hauptstadt Charlottetown sind wir direkt zum Greenwich Teil des PEI Nationalparks gefahren. Der Sand Dunes Trail war unglaublich schön, über Holzwege und schwimmende Stege erreichte man einen der endlosen Strände, den wir mal wieder für uns alleine hatten. Abends haben wir unsere «alten Camperfreunde» wieder getroffen und einen wunderschönen gemeinsamen Abend verbracht.

Am nächsten Tag haben wir auch gleich den Bubbling Springs Trail gemeinsam gemacht. Die Quelle hat zwar wirklich geblubbert, aber geblieben ist uns der Fischadler, den wir beim Bau seines Horsts beobachten konnten. Prince Edward Island zeigte sich von seiner schönsten Seite: endlose Strände, rote Klippen, einsame Wanderwege und fast menschenleere Landschaften, da die Saison noch nicht begonnen hatte.

Nach den ruhigen Inseltagen folgte ein klassischer «Besorgungstag» auf dem Festland. In Moncton haben wir es tatsächlich geschafft, pünktlich zur Tidal bore am Fluss zu sein (Gezeitenwelle). Und wie bestellt hat sich auch ein einsamer Surfer eingefunden.

Der Rest des Tages war von Besorgungen geprägt. Aber wer hätte gedacht, dass man seine verschiedenen Waffen doch bitte beim Customer Service abgeben soll. In einem Outdoor Geschäft (alles, wirklich alles Zubehör zum Jagen und Fischen) ist das hier völlig normal.

Weiter ging in den Kouchibouguac Nationalpark. Dort haben wir die kleineren Wanderwege in Angriff genommen, die zu der Zeit erreichbar und bewanderbar waren.

Schliesslich setzten wir unsere Reise in Richtung Québec fort, mit dem Ziel, die Fähre in Matane zu erreichen. Die Landschaft, die wir auf dieser 4-stündigen Fahrt durchquert haben, zeigte uns mal wieder, der Weg ist das Ziel!