Ankommen in Kanada und die ersten Tage im Camper
Wie heisst es doch so schön, der frühe Vogel fängt was nochmal? Nach einer Nacht mit unruhigem Schlaf wurden wir morgens um halb fünf abgeholt und zum Flughafen gefahren. Unser Flug ging über London nach Halifax, mit etwas Verspätung, aber problemlos. Die Einreise war sehr entspannt: keine Schlange, alles unkompliziert und am Schluss ein freundliches «Welcome». Besser kann man nicht starten.
Nach dem langen Flug taten ein paar Schritte in der Stadt gut aber viel haben wir nicht mehr erkundet. En kurzes Nachtessen und dann sind wir auch schon ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag ging es dann richtig los. Zuerst hoch zur Zitadelle – inklusive Kanonenschuss-Zeremonie um 12 Uhr. Wir dachten erst, das ist nur ein kleines Puff für die Touristen aber es wummst schon richtig. Danach sind wir zum Halifax Seaport gelaufen und von dort aus die gesamte Waterfront zurück zur Stadtmitte. Wir haben strahlenden Sonnenschein erwischt, auch wenn es dank des Windes eiskalt war. Und so war es herrlich, am Wasser entlang zu schlendern, eine erste Pause auf den berühmten roten Stühlen einzulegen, die Kunst, Cafés, Restaurants auf dem Weg zu bewundern und einfach den Tag zu geniessen und sich dabei doch glatt den ersten Sonnenbrand zu holen.





Am Freitag kam der grosse Moment: Rhöni abholen. Zuerst zu Mathers Logistics, dann zum Zoll und am Schluss endlich an den Hafen. Dort hatten wir leider schlechtes Timing, kurz bevor wir dran waren, ging es für die Hafenmitarbeitenden in die Mittagspause und für uns hiess es warten. Aber irgendwann konnte Dani unseren Rhöni endlich aus dem Hafen fahren. Dann nur noch das Wichtigste einkaufen, tanken und dann nichts wie raus aus der Stadt. Für die erste Nacht sind wir direkt bis zu Peggy’s Cove gefahren und haben einen traumhaften Sonnenuntergang genossen. Fast alleine am berühmtesten Leuchtturm Nova Scotias.


Am nächsten Morgen komplett andere Stimmung: dichter Nebel, ruhig, fast ein bisschen mystisch. Dann weiter entlang der Küste, durch kleine Dörfer und Buchten. Zwischendurch noch Wasser organisieren und langsam ins Camperleben reinfinden. Es spielt sich alles nach und nach ein.


Lunenburg war der nächste Fixpunkt: bunte Häuser, hübsche Altstadt, alles sehr entspannt. Und wenn nicht hier, wo sonst sollen wir die erste Lobster Roll geniessen! Lecker, aber für einen häufigeren Genuss zu teuer, schlussendlich ist es auch nur ein Sandwich.

Weiter ging’s Richtung Inland. Unser erster Campingabend mit Feuer, einem kalten Bier und einfach mal durchatmen – das war schon ein kleines «Jetzt sind wir wirklich unterwegs»-Gefühl.
Der Kejimkujik Nationalpark zeigte sich am nächsten Tag eher von der nassen Seite. Der Nationalpark ist noch im Winterschlaf, das Eintrittshäuschen war nicht besetzt, das Visitor Center geschlossen. Wir konnten ohne Eintritt in den Park hineinfahren, man darf auch wandern, aber auf eigenes Risiko und die Trails sind momentan nicht gewartet. Was das bedeutet, haben wir gemerkt, als der Holzsteg auf dem Wandertrail direkt im See versunken ist. Ein Stück weit haben wir es gewagt, aber als er ganz schräg stand sind wir doch lieber umgedreht. Die ersten Wildlife-Sichtungen haben uns den Tag versüsst. Mehrere Gruppen von Weisswedelhirschen (natürlich musste ich googeln was das war) waren am Strassenrand zu beobachten und Eichhörnchen haben für uns posiert.



Die erste grössere Wanderung stand im Cape Split Provincial Park an. Für uns untrainierte Läufer war doch ziemlich anstrengend, die fast 15 km haben wir am Ende echt gespürt. Aber die Aussicht am Ende der Klippe war es wert. Am Abend standen wir wieder mit unseren Camperkollegen zusammen, die wir schon von der Abholung kannten und unterwegs schon mehrfach getroffen haben. Zusammen haben wir noch die letzten Sonnenstrahlen genossen, bevor es kalt wurde .



Am nächsten Tag Stand der Burntcoat Head Park auf dem Programm. In diesem Park sieht man eindrücklich, dass die Bay of Fundy für die höchsten Gezeiten der Welt bekannt ist. Und dass wir morgens nicht so in die Puschen kommen, kam uns heute zugute. So hatten wir perfektes Timing und kamen dort ca. 2 Stunden vor der lowtide an. Was für eine eindrucksvolle Landschaft, bei jedem Wetter.



Unsere Hoffnung, Neufundland zu besuchen, haben wir in der Zwischenzeit allerdings begraben. Regen, Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt, wir mussten einsehen, dass wir da noch ein bisschen zu früh im Jahr sind…
Nach den ersten Tagen sind wir jetzt gut angekommen – im Camper, im Rhythmus und irgendwie auch schon ein bisschen im Reisemodus.
