14 – Oregon – Küste, Krater und Baumriesen

Von der Oregon Coast bis zu den Craters of the Moon – Redwoods – Crater Lake

August 2026

Die eindrückliche 6,6 Kilometer lange Astoria-Megler-Bridge über das riesige Mündungsdelta des Columbia River führte uns nach Oregon.

Entlang der Oregon Coast kamen wir wie gewohnt nur sehr langsam voran. Zu viele schöne Aussichtspunkte, Strände und Landschaften luden zum Anhalten ein. In Astoria schlenderten wir über den Markt, in Seaside bestaunten wir den Painted Rock Beach, bei Cape Meares den Leuchtturm und immer wieder die raue Küste mit der sich stetig verändernden Landschaft. Um Depoe Bay konnten wir Wale und Seelöwen direkt vom Ufer aus beobachten. Was für ein Glück.

In den Oregon Dunes mieteten wir einen ATV und fuhren durch die Dünen. Die Sicherheitshinweise, langsam zu fahren und auf plötzlich auftauchende Abhänge zu achten, hielten wir zuerst für etwas übertrieben. Bis wir selbst vor einem mehrere Meter tiefen Abhang standen. Einmal ging es tatsächlich gradwegs runter, beim nächsten Mal konnten wir gerade noch bremsen und uns wieder rückwärts von der Dünenkante kämpfen. Eieiei. Nach einer Stunde waren wir jedenfalls froh, wieder heil zurück zu sein und auch das Fahrzeug nicht geschrottet zu haben.

Und dann meldete sich Rhöni wieder zurück. Plötzlich kamen erneut alle möglichen Fehlermeldungen, die Scheibenwischer spielten verrückt und wir konnten zeitweise auch keinen Gang mehr einlegen. Nach einiger Zeit funktionierte alles wieder – bis die Fehler erneut auftauchten. Dani blieb wie immer die Ruhe in Person, während Nina mal wieder einem Herzinfarkt nahe war.

Wir konnten aber weiterfahren und so ging es der Küste entlang Richtung Kalifornien und zu den Redwood National and State Parks. Schon die Howland Hill Road im Jedediah State Park war ein Erlebnis: eine enge Schotterstrasse mitten durch riesige Redwood-Bäume, umgeben von Farnen und Moos. Im Grove of Titans standen wir zwischen Baumriesen, deren Dimensionen sich auf Fotos kaum festhalten lassen. Auch der Stout Memorial Grove und die weiteren Trails durch den Redwood-Wald waren unglaublich beeindruckend. Der Trillium Falls Trail war unser Wanderhighlight, Jurassic Park liess grüssen.

Rhönis Geschichte ging dann in Medford weiter. Wir versuchten unser Glück erneut bei einem Mercedes-Händler in Medfort. Die Werkstatt war unglaublich hilfsbereit, führte Software-Updates durch und gab uns den Auftrag einer 2-stündigen Testfahrt. Doch schon kurz nach der Abfahrt von der Werkstatt kamen die Fehlermeldungen wieder. Also zurück zur Werkstatt. Da sie am folgenden Tag aber keine Zeit für uns hatten, fuhren wir in der Zwischenzeit zum Crater Lake.

Und der war einfach nur: Wow! Der tiefblaue See liegt in einer riesigen Caldera, die nach dem Kollaps des Vulkans Mazama entstand. Wir wanderten den Garfield Peak Trail und genossen die fantastischen Ausblicke auf den See. Die Fahrt entlang des Kratersees bot immer wieder spektakuläre Aussichten. Die Strasse um den See war zwar teilweise gesperrt, so dass man nicht ganz rundherum konnte und auch der Weg zum Wasser runter war gesperrt, aber auch so waren es zwei traumhafte Tage bei perfektem Wetter.

Zurück in Medford hiess es erneut warten, aber irgendwann hat die Werkstatt tatsächlich die Ursache für Rhönis Probleme gefunden: Ein Kabel hatte sich durchgescheuert und dadurch die ganzen Sensorfehler ausgelöst. Wir konnten tatsächlich ohne Sensorfehler weiterfahren!

Nach der Werkstatt-Odyssee ging es für uns Richtung Alvord Desert. Schon die Landschaft überraschte uns: Oregon war hier plötzlich trocken, wüstenähnlich und voller Canyons. Die Alvord Desert selbst ist keine Wüste, sondern das ausgetrocknete Bett eines uralten Sees. Wir fuhren mit Rhöni direkt in das Seebecken und hatten viel Spass mit Fotos und Drohnenaufnahmen. Am Abend bekamen wir ein unglaubliches Wetterspektakel geboten. Eine riesige Regenfront zog über die Berge, danach baute sich rund um das Seebecken eine Gewitterfront auf. Gleichzeitig schien auf einer Seite noch die Sonne, ein Regenbogen erschien und der Sonnenuntergang tauchte alles in rosa Licht. Anschliessend konnten wir stundenlang die Blitze beobachten. Besser als Kino!

Weiter ging es zur Leslie Gulch. Die von Erosion geformte Schlucht mit ihren bizarren Felsformationen war beeindruckend, die Zufahrt allerdings eine ziemliche Tortur. Als dann auch noch ein Alarm wegen eines nahegelegenen Feuers auf unserem Natel tönte, entschieden wir uns trotz der Entfernung, lieber wieder aus der Schlucht herauszufahren. Im Stockdunkeln fanden wir ausserhalb einen Schlafplatz. Als wir die Fenster öffneten, rochen wir tatsächlich Rauch. Vielleicht etwas übervorsichtig, aber für uns die richtige Entscheidung.

Nach diesen turbulenten Tagen brauchten wir etwas Erholung. Am Payette River in Idahoe fanden wir einen kleinen National Forest Campground direkt am Wasser mit einer ruhigen Bucht und Sandstrand. Weil es uns dort so gut gefiel, blieben wir gleich noch eine Nacht und genossen einfach einen Tag am Fluss.

Anschliessend ging es weiter Richtung Craters of the Moon. Dort erkundeten wir die ungewöhnliche Lavalandschaft und einige der Lavahöhlen. Danach fuhren wir weiter und fanden am Rand eines weiteren Lavafelds einen schönen Übernachtungsplatz. Next stop: Yellowstone.